Am 28.07.10 um 1.oo Uhr nachts gehen wir vor der Marina von Messolonghi, auf der Festlandseite vom Eingang zum Golf von Patras gelegen, vor Anker.
Kalamata hatten wir am 18. Juli mit sauberem Tank und durchgepusteten Zuleitungen und dem guten Glauben, dass jetzt das Motorproblem gelöst sei, verlassen.
Allerdings haben wir in Kalamata noch die Gelegenheit genutzt das antike Messine zu besuchen.
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| Oma und Opa auf der Kawa |
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| das antike Messine |
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| Wasserflugzeug bei Pedalidi |
Die erste Station war die kleine Stadt Petalidi auf der Westseite im Scheitel des Messenischen Golfs. Guter Ankergrund, kaum Dünung, dafür das Wasser irgendwie moorig. Erholung von dem Marina-Stress.
Am nächsten Tag geht es weiter nach Koroni an der Südwestseite des Messenischen Golfs. Dachten, dass wir gegen den Wind aufkreuzen müssen. Brauchten aber nur eine Wende und konnten dann die Küste entlang nach Süden segeln. Koroni war uns in keiner guten Erinnerung. Hier steht Welle gegen Wind und das macht das Liegen ungemütlich. Außerdem muss man beim Ankern aufpassen, denn es hat jede Menge Felsbrocken am Grund. Dafür ist die Umgebung malerisch.
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| Koroni |
Am Abend gewittert es im Norden des Golfs, über Kalamata und dem Taigetos-Gebirge. Wir können das Donnergrollen hören und ein starker Nordwind setzt in die Bucht. Also es wird wie gehabt eine ungemütliche Nacht in Koroni.
Fluchtartig verlassen wir am folgenden Morgen die Bucht. Ankeraufholen ist spannend, da wir genau über mehreren Felsbrocken liegen. Vorsichtig ziehen wir die Kette Meter für Meter hoch. Haben Glück gehabt und als der Anker oben ist, fällt mir ein Stein vom Herzen. Auf nach Methoni! Zwei Stunden motoren bis zum Kap Akritas und dann gegen den NW-Wind aufkreuzen. Wir brauchen 6 Stunden für 10 Seemeilen. Dann sind wir an unserem Lieblings-Ankerplatz. Bleiben vier Tage bis die Windvorhersage es zulässt, dass wir an dem ersten peleponnesischen Finger entlang nach Norden gehen können. Die ersten 15 Seemeilen bis zur Insel Proti sind eine üble Hackfahrt unter Motor gegen die Dünung. Dann gesteht mir Bernd, dass mit dem Motor etwas nicht stimmt, dass er viel zuviel Öl benötigt und das könnte etwas Ernstes sein. Also geht nur noch Segeln – den Motor wollen wir nur noch für An- und Ablegen nutzen - und das wird mühsam, auch wenn langsam der angesagte leichte Westwind aufkommt. Es ist Mittag und wir haben noch 40 sm vor uns bis nach Katakolon, dem nächsten sicheren Ankerplatz. Es ist feucht und heiß und wir kämpfen uns mit wenig Wind vorwärts. Aber wir erreichen den Ankerplatz noch in der Abenddämmerung. So, erst mal sicher am Anker, aber was nun? Katakolon ist ein Anlaufpunkt für Kreuzfahrtschiffe, da Olympia nicht weit weg liegt. Das wollte ich eigentlich auch besichtigen, habe aber Migräne bekommen. Das Wetter wird sich ändern, Barometer in kurzer Zeit sehr tief gefallen, das gibt viel Wind, der dann auch kam. Obwohl es hier einen kleinen Yachtservice gibt, entschließen wir uns noch 65 sm weiter nach Norden zu segeln bis zur griechischen Festlandsküste, nach Messolonghi, in eine neue Marina.
Zwei Tage später machten wir uns auf den Weg weiter nach Norden. Keine Dünung, nur ein Lufthauch von Wind. Wir dümpeln zwischen Zakynthos und Peleponnes, nach 6 Stunden hatten wir erst 5 von 65 sm geschafft. Richtig Wind kam erst am frühen Abend auf, ein nicht vorhergesagter Nordwest düst durch die Straße zwischen den Inseln Zakynthos und Kefalonia. Wir müssen das große Vorsegel wegnehmen und die kleine Fock setzen. Und dann geht es mit über 7 Knoten Fahrt ( = etwa 13 km/Std) erst einmal hoch am Wind. Bis die Wellen sich so richtig aufgebaut haben, haben wir das Kap Kavikalida passiert und können etwas abfallen, so dass wir die Welle seitlicher nehmen können. Trotzdem Achterbahnfahren ist angesagt. Ich schaffe es, eine Suppe zu kochen. Etwas Warmes im Bauch und einen Pulli braucht man in der Nacht. Es ist noch lange nach Sonnenuntergang hell und dann kommt der Vollmond. Wir sind so ziemlich allein auf weiter See. Ein einziger Segler kommt uns entgegen. Kein Schiffsverkehr von und nach Patras. Das macht es für mich irgendwie leichter. Die Leuchtfeuer geben eine gute Orientierung. Der Wind ließ im Laufe der Nacht zwar etwas nach, doch er schob uns bis zur Einfahrt in die Wasserstraße nach Messolonghi. Und die ist schon tagsüber nicht ganz einfach zu finden. Links und rechts Flachwasser, Salzlagunen. Nachts sind die roten und grünen Blinks auf den Baken entlang des Wasserwegs vor den Lichtern der Stadt schwer auszumachen. Da machen sich die elektronischen Seekarten und das GPS bezahlt.
Ein kleiner Eindruck von dem ungemütlichen Segelpart vermittelt der Film unter http://www.youtube.com/watch?v=zrfnYMY89t4&feature=youtube_gdata
Die letzten 3 sm (6 km) müssen wir motoren, dann können wir nach 18 Stunden direkt vor der Marina ankern. Das Glas Bier vor dem Schlafengehen brachte mir die Achterbahn zurück und mir war dann noch den ganzen nächsten Tag über schwindelig.
So und jetzt ist unsere Reise für dieses Jahr zu Ende. Wir bleiben in dieser fast fertigen Marina. Bernd sucht schon nach Motorlösungen.





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